Dogubayazit (TR) - BAzargan – Tabriz – KANDOVAN – HAMADAN - Qom

In Dogubayazit fahren wir auf den Camping Murat. Der Platz ist schön gelegen und soll früher mal ein Treffpunkt von Reiseabenteurern gewesen sein. Auf dem Gelände hat es auch eine Putschautobahn und sonstige Attraktionen. Das Geld hätten sie besser in die Renovation des Campingplatzes gesteckt...

Am nächsten Morgen geht es Richtung Grenzübergang. Jessica und Ruben – welche wir gestern auf dem Campingplatz kennengelernt haben und die eine ähnliche Route wie wir fahren – waren bereits da. Dummerweise kam gleichzeitig mit ihnen ein Reisecar an, die Abfertigung der Leute dauerte ewig. Wir waren froh, als wir nach rund anderthalb Stunden erst mal den Stempel zum Ausreisen aus der Türkei hatten.

Die Einreise in den Iran dauerte ein wenig länger, man musste fast ein Dutzend Stempel einholen. Man wurde von A nach B und zurück geschickt, irgendwann hatten wir dann alle benötigten Stempel und durften den Zoll passieren.

Hungrig entschieden wir uns, im nächsten Dorf anzuhalten und etwas zu essen. Jessica und Ruben hatten bereits ein Restaurant ausfindig gemacht; aber anstatt da zu essen, durften wir schon am ersten Tag die iranische Gastfreundschaft kennen lernen und wurden vom Besitzer des gegenüberliegenden Marktes zu seiner Familie nach Hause eingeladen. Seine Frau tischte uns eine köstliche Mahlzeit auf und wir assen alle am Boden sitzend auf dem schönen Perserteppich. In den kleineren Dörfern wird man fast immer von jemandem – sei es eine wildfremde Person auf der Strasse, oder dem Verkäufer im Gemüseladen – zu sich nach Hause zum Tee oder Essen eingeladen. Die Leute freuen sich enorm, dass man ihr Land bereist!

Wir besuchen Kandovan, ein Dörfchen, das aussieht wie Kappadokien in klein. Da heute Freitag ist, sieht man unterwegs viele Leute am Campen. Entweder direkt am Strassenrand, oder am Fluss - immer mit dabei ist ein Wurfzelt.

Vor Hamadan schlafen wir in den Bergen. Als wir am Morgen zusammenpacken, werden wir erneut eingeladen. Da unser Farsi noch zu wünschen übrig lässt, verständigt man sich mit Hand und Fuss - kurze Zeit später finden wir uns Tee schlürfend in der Stube der Familie wieder. Die Kommunikation findet nun über eine Verwandte, welche man alle paar Minuten anruft und perfekt Englisch spricht, statt.  Die Familie ist unglaublich herzlich und will uns kaum mehr weiterreisen lassen. Traurig lassen sie uns aber weiterziehen und wir fahren los Richtung Hamadan. 


Qom – KASHAN – MARANJAB – ISFAHAN – VARZANEH

In Qom gehen wir mal wieder ins Hotel, wir wollen unsere Wäsche waschen lassen. Allerdings verlangen sie für die Wäsche Preise wie Zuhause. 90$ für zwei Säcke Wäsche erscheint uns dann doch ein wenig zu teuer und wir entschliessen uns, die Wäsche selbst zu machen. Wir gehen eine Moschee besichtigen, Julia muss sich einen Chador umhängen und wir werden von einem netten Herrn durch die sehr schönen Innenhöfe geführt. Zum Islam konvertiert sind wir trotzdem nicht.

Bei Kashan fahren wir zum Salzsee und weiter in die Wüste Maranjab. Der Salzsee war ausgetrocknet und wir bleiben wiedermal im Sand stecken.

Weiter geht’s nach Isfahan. Diese Stadt ist ein wenig touristischer. Fast alle Hotels sind ausgebucht. Wir finden aber noch ein Hotel mit einer freien Suite. Nicht günstig, das Zimmer nicht schön, dafür hat das Hotel einen prächtigen Innenhof. Wir sind froh, mal wieder richtig duschen zu können. 

Unterwegs nach Persepolis fahren wir wieder in die Wüste und finden einen schönen Platz zum Übernachten neben einer grossen Düne. Gegen Abend kommt innert Minuten ein Sandsturm auf. Der Versuch, unsere Sonnestore zusammenzulegen, endet mit einer Platzwunde an Stambis Hinterkopf. Zum Glück hat man in Sachen Kopfverletzungen ein wenig Erfahrung und wir entschliessen uns, uns die mindestens 200km zum nächsten Krankenhaus zu sparen. Julia schneidet ein paar Härchen ab und klebt das Loch zu. Besser hätte es kein Doktor hingekriegt. 


VARZANEH – PERSEPOLIS – SHIRAZ – ABARKUH – YAZd – Chak Chak – GARMEH

Persepolis ist ziemlich imposant und man bekommt einen guten Eindruck davon, wie prächtig die Residenzstadt früher einmal gewesen sein muss.

In Shiraz verspüren wir dann das erste Mal so was wie eine Reisemüdigkeit und wir mögen uns die Stadt gar nicht mehr richtig anschauen. So bleiben wir dann auch nur eine Nacht und fahren am nächsten Tag los Richtung Yazd. Yazd ist auch eher touristisch, aber wir erfreuen uns an den Cafés und an den Restaurants, welche endlich einmal andere Speisen als Kebab und Reis servieren. Yazd ist eine Wüstenstadt und die Altstadt besteht fast ausschliesslich aus Lehmhäusern. Dies ist eine schöne Abwechslung zu den andern Städten, welche wir bis jetzt besichtigt haben.

In Chak-Chak besichtigen wir eine Feuertempelanlage, die ziemlich abgelegen in den Hang gebaut ist. Auf dem Weg nach Garmeh übernachten wir nochmals etwas abgelegen hinter einer Düne. Während dem Abendessen kommt auf einmal eine schwarze Wand auf uns zu. Diese nähert sich bedrohlich schnell – aufgrund der negativen Erfahrungen mit Wind und Sonnenstore packen wir so schnell es geht unser Zeugs ins Auto, klappen das Zelt ein und keine Minute später wird es stockdunkel. Wir flüchten ins Auto und nach zwei Stunden ist der Spuk wieder vorüber. Wir klappen das Zelt wieder auf und wünschen uns ein laues Lüftchen, welches die Hitze erträglicher macht.


GARMEH – KHUR – FARAHZAAD – BADAB-E SURT – G. KAVUS – BAjgirAn - Ashgabat

Garmeh soll laut Lonely Planet schön sein. Wir haben zum Glück Shahab unser iranischer Freund, der besser ist als jeder Reiseführer. Per Whatsapp bekommen wir Tipps – so auch dieser – Garmeh auszulassen und direkt nach Farahzaad zu fahren. Wir halten in Garmeh rasch an, um eine Essenspause zu machen, in dem Moment fängt es an zu regnen. Der matschige Lehmboden ist dann alles andere als einladend – wie empfohlen fahren wir weiter nach Farahzaad. Die kleine Oase am Rand der Wüste ist wirklich hübsch – und wir essen hier ausgezeichnet, bevor wir weiter in die Wüste fahren und einen Schlafplatz auf einem Hochplateau in der Wüste finden. Diesen mussten wir uns allerdings erst mit ein paarmal Auto freischaufeln verdienen. Der Himmel in der Nacht war dann sternenklar und wunderschön.

In Badab-e Surt schauen wir uns die Kalkterrassen an, die sich über die letzten tausend Jahre geformt haben. Ähnlich den Terrassen von Pamukkale, nur mit mehr Wasser und weniger Touristen.

Auf der Fahrt Richtung turkmenischer Grenze geht plötzlich der Motor aus, wir bleiben stehen. Einen dümmeren Zeitpunkt können wir uns nicht vorstellen. Erstens läuft in zwei Tagen unser Iranvisa aus und das Fünftagesvisa für Turkmenistan beginnt und zweitens gibt’s im Iran aufgrund des Embargos fast nur Autos (und damit auch Ersatzteile) aus Eigenproduktion.

Es gibt schönere Dinge, als bei über dreissig Grad am Strassenrand einen Fehler am Auto zu suchen. Erster Verdacht: der Dieselfilter. Ersetzt, Motor gestartet, läuft. Nach etwa zehn Kilometern geht der Motor erneut aus und unsere Mundwinkel passen sich der Erdanziehungskraft an.

Nächster Versuch: Dieselleitung mit Pressluft durchblasen, vielleicht sitzt ja da noch irgendwo Dreck fest. Schlauch ab, Luft durchblasen, Motor an. Läuft. Irgendwie zumindest. Wir fahren ein paar Kilometer zu einer Tankstelle, aber anstatt hier frischen Diesel zu tanken und sich in Ruhe dem Problem anzunehmen, bemerken wir eine Pfütze unter dem Auto. Naja, immerhin ist nun die Fehlerquelle klar. Zum Glück hat Stambi schon mal ein paar Lernstunden in Sachen Automechanik bei René erhalten und wir haben sogar ein passendes Ersatzteil mit dabei. Der Tankwart hatte Mitleid mit uns, schloss kurzerhand seinen Shop und lud uns zum Essen bei seiner Familie ein.