KEGEN – ALMATY

Der kirgisische Grenzpolizist hätte gerne unseren Feldstecher als Geschenk. Njet, den kriegt er genauso wenig, wie der kasachische Zöllner Dollar oder Tenge von uns kriegt. Die Kasachen finden leider unsere 30-Tages-Visa nicht in ihrem Computer. Wir fragen uns eh, wie die Visa in ihr Computer kommen sollen, ob hier wohl alle Tage mal jemand eine Diskette vorbeibringt? Egal, unseres ist jedenfalls nicht in ihrem Gerät. Wir bekommen deshalb nur ein Touristenvisa und dürfen damit nur 15 Tage im Land bleiben.

Wir fahren durch Blumenwiesen in Richtung Berge. Überall sieht und riecht man den Hanf, der hier wild wächst. Auf einer Anhöhe finden wir einen schönen Schlafplatz. Leider fängt es bald zu regnen, blitzen und donnern an. Wir halten daher den Schoggi-Bier-Znacht im Autos der Lamparter ab.
Am nächsten Tag geht es über den Pass auf 3200m weiter Richtung Almaty. Mal kurz nicht aufgepasst und schon stecken wir wieder im Matsch fest. Unsere Funkgeräte haben leider etwa die Reichweite eines Babyphones und wir können die Lamparters nicht anfunken, die uns aus dem Schlamassel hätten ziehen können. Julia macht sich auf den Weg talwärts, um Hilfe zu holen, Stambi schaufelt. Irgendwann merken Lamparters zum Glück, dass wir schon lange bei ihnen sein sollten und machen sich auf den Weg zurück zu uns. Laden Julia in der Mitte des Weges auf und ziehen uns aus dem Dreck.

Wir fahren nach Almaty, verbringen drei Tage in der Stadt und geniessen den ersten McDonalds und Burger King seit fast einem halben Jahr.


ALMATY – SARY OZEK – ALAKÖL – USHARAL – UST KAMENOGORSK

Wir verabschieden uns von der Familie Lamparter und treffen gegen Mittag auf der mongolischen Botschaft in Almaty ein. Die Arbeitsmoral des Angestellten hält sich kurz vor der Mittagspause in Grenzen - wir sollen unsere Visa morgen abholen. Viel scheint auf der Botschaft aber nicht los zu sein, wir sagen ihm, dass wir die Visa gerne heute schon hätten und können sie tatsächlich drei Stunden später abholen. Am späten Nachmittag brechen wir auf Richtung Kaptchagay. Den geplanten Weg können wir leider nicht fahren – Sperrgebiet. Wir kehren um, suchen vergebens einen schönen Schlafplatz und übernachten dann irgendwo zwischen den Hügeln. Am Morgen begrüsst uns das Militär – Sperrgebiet. Wir packen zusammen und fahren weiter. Nach der Berglandschaft in Tajikistan und den Seen in Kirgistan können uns die Steppenlandschaft und die lästigen Mücken nicht wirklich begeistern. Wir versuchen unser Glück bei den Sibinsker Seen. Diese sind zwar wirklich schön und würden auch zum Baden einladen, aber entweder sind die Ufer zugebaut oder zugemüllt. Etwas enttäuscht wollen wir zum Zaysan See und da nochmals baden. Auf dem Weg dahin werden wir von der Polizei kontrolliert. Wir waren mit 76Km/h anstatt der erlaubten 50Km/h unterwegs. Das 50Km/h Schild ist natürlich total sinnlos irgendwo in der Steppe platziert. 200$ will er, Quittung gibt es keine. Nach der Frage, ob wir denn seinen Ausweis sehen können und davon ein Foto machen dürfen, kostet die Busse noch 100$. Aha. Er kriegt 10$, mehr haben wir für ihn leider nicht.

Wir lassen das Baden aus, nehmen die etwas in die Jahre gekommene und mit Beulen übersäte Fähre, und machen uns auf Richtung russischer Grenze. 


ALTAI

Den Grenzübertritt klappt problemlos, dauert aber ein wenig. Vor der russischen Grenze stehen die Autos Schlange, nach dreieinhalb Stunden Warten und einer gründlichen Kontrolle unseres Autos sind wir in Südsibirien.

Kurz nach der Grenze ändert sich die Landschaft komplett. Wir fahren an vielen Wäldern, Seen und Flüssen vorbei und die Gegend ist um einiges touristischer. Ein Feriendorf folgt dem nächsten. Mit Riesenrädern und sonstigen Attraktionen sehen sie aus wie eine Mischung aus Jahrmarkt und REKA Feriendorf. Leider regnet es die meiste Zeit, trotzdem gefällt uns der kurze Teil Russland sehr gut! Wir freuen uns, dass wir nach der Mongolei nochmals ein bisschen Zeit in Sibirien verbringen werden.