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Notes from the Road


Zürich - Marrakech - Vladivostok

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Notes from the Road


Zürich - Marrakech - Vladivostok

Wir sind unterwegs von Zürich Richtung Osten. Zuerst mit der Fähre ab Genua nach Tangier / Marokko. Nach fünf Wochen Nordafrika geht es zurück nach Italien und von dort mit der Fähre nach Griechenland. Ab da auf dem Landweg via Türkei, Georgien, Iran, Zentralasien und Mongolei nach Vladivostok.

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Marokko


Februar / März 2016

Marokko


Februar / März 2016

ZÜRICH - GENUA - TANGIER - MOHAMMEDIA - ESSAOUIRA - TAN TAN - GOULIMIM - ASSA - TAFRAOUT

Am 6. Februar 2016 geht unsere Reise los! Das erste Ziel ist Marokko. Vor Mailand werden wir von der Polizei von der Autobahn gewunken. Irgendwie kommt uns der Polizist suspekt vor - als er nach Bargeld fragt, wollen wir dann doch mal seinen Ausweis sehen.  Als er uns mit einem selbstgebastelten Irgendwas vor der Nase rumwedelt, begreifen wir es dann endlich mal... Man verabschiedet sich mit dem Stinkfinger und fährt weiter.

In Genua geht es auf die Fähre und fünfzig Stunden später kommen wir in Marokko an. Wir fahren der Küste entlang Richtung Süden, bis nach Tan Tan. Die Plage Blanche fahren wir direkt im Sand am Meer entlang. Leider begleitet uns die ganze Zeit ein starker Wind, wirklich angenehm ist es nicht, sich draussen aufzuhalten. Durch die Igmir Schlucht fahren wir eine schöne Strecke bis zum Städtchen Tafraout, welches uns sehr gefällt. Wir finden in den Bergen einen super Platz, um zu übernachten und kommen am nächsten Tag gleich noch einmal hierhin zurück.

 

TAFRAOUT - TATA - FOUM ZGUID -  ERG CHeGAGA - ZAGORA - ERG CHEBBI - MERZOUGA

Wir fahren ostwärts, immer nahe der algerischen Grenze entlang. Teilweise fahren wir auf der Piste der damaligen Paris-Dakar-Strecke. Regelmässig werden wir vom marokkanischen Militär angehalten, kontrolliert und ab und zu wieder zurückgeschickt. Die Leute vom Militär sind immer sehr freundlich und entschuldigen sich meistens sogar, dass sie uns zurückschicken müssen. Manchmal begleiten sie uns ein Stück mit ihren Wüstenfahrzeugen und zeigen uns, welche Route wir nehmen dürfen. Es kommt ein Sandsturm auf und man sieht kaum einen Meter weit. Wir haben keine Lust, in dem Sturm zu übernachten und entschliessen uns, aus der Wüste raus nach MHamid zu fahren.

Während man im Erg Chegaga mutterseelenalleine ist, sobald man in die Sanddünen reinfährt, ist Zagora das komplette Gegenteil. Schon bei der Einfahrt in die Stadt haben wir einen Jungen mit Moped am Hals, welcher unbedingt will, dass wir unser Auto in seine Werkstatt bringen. Als wir dann unser Auto auftanken, kommen noch drei andere Jungs von anderen Garagen vorbei, bei welchen wir noch vorbeischauen sollen. Wir sind dann froh, als wir wieder aus Zagora raus sind.

 

MerZouga – Erfoud – GOULMIMA – Todra – Dades – Hohre Atlas – Marrakech - Tangier

Wir fahren weiter nahe der algerischen Grenze entlang. Die Sand- und Wüstenlandschaft ändert jetzt wieder in eine Kies- und Steinlandschaft. Die Piste wird allmählich mühsamer zum Fahren und wir kommen nur langsam voran. Irgendwann macht uns dann ein schepperndes Geräusch Sorgen – es stellt sich heraus, dass zwei Füsse vom Dachträger gebrochen sind. Diese lassen wir in Erfoud, vom anscheinend einzigen und zugleich besten Schlosser, welcher in dem Dorf Aluminium schweissen kann, zusammen flicken. Obs der Einzige ist, wissen wir nicht, der Beste ist es bestimmt nicht.. Nachdem er das Werk vollendet hat, steht der Dachträger schief. Aber selbst als wir ihm den Massstab hinhalten und ihn auf die drei Zentimeter Differenz zwischen der linken und der rechten Seite hinweisen, besteht er darauf, alles richtig montiert zu haben. Insallah! In der Nacht tauschen wir dann noch die Füsse vom Dachträger – und oh Wunder -  der Dachträger steht wieder gerade. Wir sind zufrieden mit dem Werk und mich begleiten die nächsten drei Wochen Schulterschmerzen vom Hochheben des Dachträgers.

Wir fahren Richtung Hoher Atlas durch die Todra Schlucht. Bis zur Schlucht ist es recht touristisch, nach der Schlucht ist man praktisch alleine. Wir entschliessen uns, über den auf etwa 2800m.ü.M. gelegenen Pass zur Dades Schlucht zu fahren. Unterwegs kommen uns immer wieder Frauen oder Kinder entgegen gelaufen und betteln meistens um Essen oder Kleider. Wir verteilen auf der Strecke unseren halben Kühlschrankinhalt und ein paar Kleider, welche die Leute hier offensichtlich dringender nötig haben als wir. Auf den obersten Höhenmetern hat es noch einige Schnee- und Matschfelder, diese sind aber gut zu passieren. Auf der anderen Seite ist die Piste auf langer Strecke komplett weggerutscht und man kommt nur durch ein trockenes Bachbett wieder runter, was wieder einige Zeit in Anspruch nimmt. Wir übernachten auf rund 2000m. ü. M., die Nächte sind hier noch einiges kälter – am Morgen sind die Kontaktlinsen eingefroren und müssen erst mal aufgetaut werden.

Nach Boumaine Dades biegen wir auf eine Piste ab und fahren Richtung Marrakech. Hinter dem Hohen Atlas verbringen wir die letzte kalte Nacht und erreichen gegen Mittag Marrakech. Irgendwann hat man dann auch einen bewachten Parkplatz und das Hotel gefunden. Wir streifen durch die Souks, bewundern das Gewusel auf dem Jemaa el Fnaa und sind froh, endlich ein Restaurant zu finden, in welchem es nicht nur Tagine oder Cous Cous gibt.

Ein paar Tage später geht es schon wieder zurück nach Tangier und mit der Fähre retour nach Genua.  

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Italien / Griechenland


März 2016

Italien / Griechenland


März 2016

Genua - Venice - IGOUMENITSA - THESSALINIKI - ALEXANDROUPOLI

Von Genua fahren wir direkt nach Como und nächtigen in einem schmucken Hotel am See. Unserem Auto gönnen wir einen Service. Als wir es abholen, steht es blitzblank im Ausstellungsraum - so sauber war es wahrscheinlich noch nie. Zumindest nicht, seit es in unserem Besitz ist.. Wir fahren weiter nach Venedig und parkieren zwei Tage auf dem sauteuren Parkplatz. Venedig war es wert. 

Weiter mit der Fähre nach Griechenland. Da wir noch nach Georgien hochfahren wollen, haben wir für Griechenland nicht allzu viel Zeit und fahren zügig weiter bis in die Türkei.

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Türkei


März / April 2016

Türkei


März / April 2016

CANAKKALE – AYVALIK – SALIHLI -  DENUZLI / PAMUKKALE – ADRASAN

Beim Grenzübertritt von Griechenland in die Türkei werden wir von den griechischen Zollbeamten so gründlich wie noch nie auf dieser Reise kontrolliert. Die Türken sind dann lockerer drauf, das Auto wird registriert und das wars schon. Mit der Fähre gehts über die Dardanellen -  von Europa auf den asiatischen Kontinent. Wir finden einige schöne Plätze direkt am Meer zum Übernachten, allerdings ist die Landschaft oft mit Abfall oder Plastiksäcken übersät, teils schlimmer als man das bereits von Marokko gewohnt war. Schade.

In Pamukkale wollen wir die Kalksteinterassen besichtigen, die sind allerdings noch nicht mit Wasser gefüllt und deswegen nicht allzu spektakulär anzuschauen. Krass auch, dass praktisch keine (Individual) Touristen unterwegs sind, abgesehen von ein paar wenigen Reisebussen an den touristischen Orten sind die Hotels und Campingplätze – wenn sie den überhaupt offen haben – praktisch leer.

Wir fahren weiter nach Adrasan, Julia geht in die Yogawoche, Stambi versenkt das Auto im Schnee. In Kumluca lassen wir die Dachträgerfüsse Nummer Drei und Vier schweissen. Von Marokko her war man sich ja gewohnt, dass man konsequent angequatscht wird und – natürlich gegen einen kleinen Obolus – zum gewünschten Ort geführt wird. Hier ist es ein wenig angenehmer, man wird von der einen Garage direkt zum Schweisser geführt, niemand erwartet irgendwas, man muss keine Mondpreise verhandeln und wird wie die Einheimischen behandelt. Haben wir zumindest das Gefühl. Volkan schweisst die Füsse astrein. Als er fertig ist, zeige ich ihm noch die Füsse, welche wir in Marokko schweissen liessen. Er ruft die Handwerker der umliegenden Werkstätten hinzu, wir lachen über die marokkanische Schweisskunst und man ist sich sicher: Africa 0, Turkye 1.

ANTALYA – KoNYA – Göreme – SIVAS – TRABZON – RIZE- CILDIR – POSOF

In Konya finden wir eine vertrauenswürdige Toyota Garage, wir müssen schon lange eine ausgeschlagene Buchse auswechseln lassen. Irgendwann kann man sich mit Händen und Füssen verständigen, der Chefmechaniker nimmt sich dem Problem höchstpersönlich an. Das Auto kommt auf den Lift, der ächzt zweimal und bewegt sich keinen Millimeter. Die Arbeit war dann von ähnlicher Qualität und wir fahren immer noch scheppernd und ein paar Lira leichter von der Werkstätte weg. Immerhin wurden wir vom Garagenboss noch zu einem äusserst leckeren Essen eingeladen.

Wir fahren nach Kappadokien und bleiben zwei Tage auf einem sehr schön gelegenen Campingplatz. Von unserem Zelt aus haben wir eine schöne Aussicht auf die über 40 Heissluftballone, die allmorgendlich unzählige Touristen über die Schluchten schweben lassen.

Weiter geht es Richtung Schwarzes Meer. In Rize schauen wir uns die Teeplantagen an. In der Gegend wird praktisch der ganze Tee, welcher in der Türkei konsumiert wird, angebaut. Im Hinterland suchen wir uns mitten im Schnee einen Platz zum Übernachten. Als es eindunkelt, kommen ein paar Jungs mit ihrem Pickup und versuchen damit über die Schneewächten zu fahren. Wir entscheiden uns, das Zelt wieder einzupacken und einen ruhigeren Platz zu suchen. Schlechte Idee. Aufgrund des vielen Schnee kann man praktisch nirgends von der Strasse fahren. Wir übernachten neben einem Schneepflug direkt an der Passstrasse. Um halb drei werden wir von der Polizei geweckt. Da man es mit der Sprache auf keinen gemeinsamen Nenner bringt, Reiseführer und Karte nicht den gewünschten Erfolg bringen, ruft der eine Polizist seine Tante an, welche Deutsch kann. Diese ist mässig begeistert über den nächtlichen Anruf, vermittelt aber prima und man lässt uns weiterschlafen.

Am nächsten Tag geht es dann schon weiter nach Georgien. Der Grenzaustritt geht ruck – zuck, Stempel abholen, fertig. Einzig beim Anstehen in der Schlange – egal ob beim Zoll, oder im Supermarkt - muss man achtsam sein: Lässt man mehr als einen Zentimeter Abstand zu seinem Vordermann, drängelt sich sofort jemand dazwischen. Der Eintritt nach Georgien klappt dann gut, nachdem man nochmals zurück geschickt wurde, um einen Stempel für das Auto abzuholen.

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Georgien


April 2016

Georgien


April 2016

BORJOMI - TIFLIS – DAVIT GAREJA – KAZBEGI – KUTAISI – ZUGDIDI  

Bereits auf der Autobahn nach Tiflis bekommen wir eine Einführung in die georgische Fahrkunst. Auf der rund einhundert Kilometer langen Strecke zählen wir nicht weniger als sechs mehr oder weniger schlimme Unfälle. Fairerweise (und komischerweise) müssen wir auch sagen, dass es die einzigen waren, welche wir während der zwei Wochen in Georgien gesehen haben. Lag vielleicht am starken Regen.

Ohne Unfall in Tiflis angekommen, bringen wir unser Auto in die Garage. Ein Radlager macht sich schon seit längerem bemerkbar. Der weise Herr Lamparter hat uns auf die Frage, wo man auf der Reise das Auto reparieren kann, geschrieben: “das gelobte Land heisst Georgien”. Und er sollte Recht behalten. Tatsächlich ist die genannte Garage sozusagen der Apple Store unter den Autogaragen. Wir lassen das Auto mit gutem Gewissen dort und vertreiben uns die Tage in der wirklich tollen Stadt.

Zufrieden, ohne Scheppern und Brummen, fahren wir Richtung Halbwüste, in welcher die Kloster von Davit Gareja liegen. Die Kloster liegen teilweise auf azerbejdschanischem Boden, können aber problemlos von Georgien aus besucht werden.

Weiter gehts Richtung russischer Grenze und unterwegs suchen wir erfolglos einen Platz für unser Nachtlager. Daher fahren wir zu einem riesigen Hotelkomplex beim Bazaleti See, in welchem vornehmlich russische Gäste logieren. Wir waren die einzigen Gäste, zum Frühstück sassen wir alleine in einer riesigen Halle. Anscheinend erwarten sie tags darauf zwischen vier und hundert Gästen – aha, klar.

Am nächsten Tag geht es nach Stepantsminda, der Ausblick auf den Kaukasus ist fantastisch, hinter einer kleinen Kirche erhebt sich der über 5000 Meter hohe Kasbegi.

In Zugdidi laufen wir durch den Basar und fahren dann Richtung Ushguli Gletscher. Der liegt in der swanetischen Bergwelt, wo wir noch ein paar Wanderungen unternehmen wollen.

MESTIA – USHGULI – MAZERI – BATUMI

An einem Stausee angekommen, finden wir einen schönen Platz fürs Nachtlager. Eigentlich dachten wir, dass wir hier ungestört sind. Am Abend kommen jedoch fast ein Dutzend Fischer vorbei. Die letzten beiden bleiben bei uns hängen, man verständigt sich mit Hand und Fuss. Der Eine macht uns ein Lagerfeuer, wir bieten ihnen Bier und Wein an. Irgendwann kommt dann ein dicker Benz angerollt, aus welchem – so vermuten wir zumindest – ihr Chef aussteigt, die beiden gehörig anschnauzt, sie einpackt und mit ihnen wegfährt. Der Chef schaut am nächsten Morgen nochmals bei uns vorbei und zaubert zwei Fische aus seiner Jackentasche, welche es bei uns – nach einer Wanderung zum Chaladi Gletscher - zum Nachtessen gibt. Gekocht haben wir in Georgien selten, zu lecker ist die georgische Küche. Vorausgesetzt man ist nicht Veganer und mag Knoblauch. Knoblauch hat es fast überall drin, trotzdem erstaunt es uns dann doch etwas, als wir in einem Hotel ein Knoblauch Shampoo in der Dusche haben...

Die geplante Wanderung am nächsten Tag zum Fuss des Shkara können wir leider aufgrund des vielen Schnees nicht machen. Wir sind uns aber sicher, irgendwann kommen wir nochmals hierher zurück, die Gegend rund um den Kaukasus gefällt uns sehr gut. 

In Batumi leisten wir uns ein Zimmer im Hilton. Der Nebensaison sei Dank, kostet dies weniger als eine Absteige in Zürich. Ansonsten bietet Batumi nicht allzuviel, es ist ein Touristenort, in welchem ein Hotelkomplex nach dem andern entsteht. Trump wollte hier mal einen Tower hinstellen – spricht für sich.

Wir machen uns auf gegen Osten und fahren über den Goederdzi Pass zurück in die Türkei. Unterwegs nächtigen wir im Wald nahe der georgischen Grenze und probieren schon mal unsere daheim gekauften Eheringe für den Iran an.  Stambi hat seinen keine fünf Stunden später schon verloren...

Am nächsten Tag halten wir in Kars, um einen neuen Ring zu besorgen. Wie es der Zufall so will, gibt es einen ganzen Strassenzug mit Schmuckhändlern. Ungewohnterweise haben diese keinen billigen Ramsch, sondern nur richtig teuren Schmuck. Wir entscheiden uns für den fünf Lira Ring vom Strassenhändler. Stahl, Rostfrei.

Morgen wollen wir über die Grenze in den Iran fahren. Julia hat schon mal ihr Kopftuch zurecht gerückt.

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Iran


April / Mai 2016

Iran


April / Mai 2016

Dogubayazit (TR) - BAzargan – Tabriz – KANDOVAN – HAMADAN - Qom

In Dogubayazit fahren wir auf den Camping Murat. Der Platz ist schön gelegen und soll früher mal ein Treffpunkt von Reiseabenteurern gewesen sein. Auf dem Gelände hat es auch eine Putschautobahn und sonstige Attraktionen. Das Geld hätten sie besser in die Renovation des Campingplatzes gesteckt...

Am nächsten Morgen geht es Richtung Grenzübergang. Jessica und Ruben – welche wir gestern auf dem Campingplatz kennengelernt haben und die eine ähnliche Route wie wir fahren – waren bereits da. Dummerweise kam gleichzeitig mit ihnen ein Reisecar an, die Abfertigung der Leute dauerte ewig. Wir waren froh, als wir nach rund anderthalb Stunden erst mal den Stempel zum Ausreisen aus der Türkei hatten.

Die Einreise in den Iran dauerte ein wenig länger, man musste fast ein Dutzend Stempel einholen. Man wurde von A nach B und zurück geschickt, irgendwann hatten wir dann alle benötigten Stempel und durften den Zoll passieren.

Hungrig entschieden wir uns, im nächsten Dorf anzuhalten und etwas zu essen. Jessica und Ruben hatten bereits ein Restaurant ausfindig gemacht; aber anstatt da zu essen, durften wir schon am ersten Tag die iranische Gastfreundschaft kennen lernen und wurden vom Besitzer des gegenüberliegenden Marktes zu seiner Familie nach Hause eingeladen. Seine Frau tischte uns eine köstliche Mahlzeit auf und wir assen alle am Boden sitzend auf dem schönen Perserteppich. In den kleineren Dörfern wird man fast immer von jemandem – sei es eine wildfremde Person auf der Strasse, oder dem Verkäufer im Gemüseladen – zu sich nach Hause zum Tee oder Essen eingeladen. Die Leute freuen sich enorm, dass man ihr Land bereist!

Wir besuchen Kandovan, ein Dörfchen, das aussieht wie Kappadokien in klein. Da heute Freitag ist, sieht man unterwegs viele Leute am Campen. Entweder direkt am Strassenrand, oder am Fluss - immer mit dabei ist ein Wurfzelt.

Vor Hamadan schlafen wir in den Bergen. Als wir am Morgen zusammenpacken, werden wir erneut eingeladen. Da unser Farsi noch zu wünschen übrig lässt, verständigt man sich mit Hand und Fuss - kurze Zeit später finden wir uns Tee schlürfend in der Stube der Familie wieder. Die Kommunikation findet nun über eine Verwandte, welche man alle paar Minuten anruft und perfekt Englisch spricht, statt.  Die Familie ist unglaublich herzlich und will uns kaum mehr weiterreisen lassen. Traurig lassen sie uns aber weiterziehen und wir fahren los Richtung Hamadan. 


Qom – KASHAN – MARANJAB – ISFAHAN – VARZANEH

In Qom gehen wir mal wieder ins Hotel, wir wollen unsere Wäsche waschen lassen. Allerdings verlangen sie für die Wäsche Preise wie Zuhause. 90$ für zwei Säcke Wäsche erscheint uns dann doch ein wenig zu teuer und wir entschliessen uns, die Wäsche selbst zu machen. Wir gehen eine Moschee besichtigen, Julia muss sich einen Chador umhängen und wir werden von einem netten Herrn durch die sehr schönen Innenhöfe geführt. Zum Islam konvertiert sind wir trotzdem nicht.

Bei Kashan fahren wir zum Salzsee und weiter in die Wüste Maranjab. Der Salzsee war ausgetrocknet und wir bleiben wiedermal im Sand stecken.

Weiter geht’s nach Isfahan. Diese Stadt ist ein wenig touristischer. Fast alle Hotels sind ausgebucht. Wir finden aber noch ein Hotel mit einer freien Suite. Nicht günstig, das Zimmer nicht schön, dafür hat das Hotel einen prächtigen Innenhof. Wir sind froh, mal wieder richtig duschen zu können. 

Unterwegs nach Persepolis fahren wir wieder in die Wüste und finden einen schönen Platz zum Übernachten neben einer grossen Düne. Gegen Abend kommt innert Minuten ein Sandsturm auf. Der Versuch, unsere Sonnestore zusammenzulegen, endet mit einer Platzwunde an Stambis Hinterkopf. Zum Glück hat man in Sachen Kopfverletzungen ein wenig Erfahrung und wir entschliessen uns, uns die mindestens 200km zum nächsten Krankenhaus zu sparen. Julia schneidet ein paar Härchen ab und klebt das Loch zu. Besser hätte es kein Doktor hingekriegt. 


VARZANEH – PERSEPOLIS – SHIRAZ – ABARKUH – YAZd – Chak Chak – GARMEH

Persepolis ist ziemlich imposant und man bekommt einen guten Eindruck davon, wie prächtig die Residenzstadt früher einmal gewesen sein muss.

In Shiraz verspüren wir dann das erste Mal so was wie eine Reisemüdigkeit und wir mögen uns die Stadt gar nicht mehr richtig anschauen. So bleiben wir dann auch nur eine Nacht und fahren am nächsten Tag los Richtung Yazd. Yazd ist auch eher touristisch, aber wir erfreuen uns an den Cafés und an den Restaurants, welche endlich einmal andere Speisen als Kebab und Reis servieren. Yazd ist eine Wüstenstadt und die Altstadt besteht fast ausschliesslich aus Lehmhäusern. Dies ist eine schöne Abwechslung zu den andern Städten, welche wir bis jetzt besichtigt haben.

In Chak-Chak besichtigen wir eine Feuertempelanlage, die ziemlich abgelegen in den Hang gebaut ist. Auf dem Weg nach Garmeh übernachten wir nochmals etwas abgelegen hinter einer Düne. Während dem Abendessen kommt auf einmal eine schwarze Wand auf uns zu. Diese nähert sich bedrohlich schnell – aufgrund der negativen Erfahrungen mit Wind und Sonnenstore packen wir so schnell es geht unser Zeugs ins Auto, klappen das Zelt ein und keine Minute später wird es stockdunkel. Wir flüchten ins Auto und nach zwei Stunden ist der Spuk wieder vorüber. Wir klappen das Zelt wieder auf und wünschen uns ein laues Lüftchen, welches die Hitze erträglicher macht.


GARMEH – KHUR – FARAHZAAD – BADAB-E SURT – G. KAVUS – BAjgirAn - Ashgabat

Garmeh soll laut Lonely Planet schön sein. Wir haben zum Glück Shahab unser iranischer Freund, der besser ist als jeder Reiseführer. Per Whatsapp bekommen wir Tipps – so auch dieser – Garmeh auszulassen und direkt nach Farahzaad zu fahren. Wir halten in Garmeh rasch an, um eine Essenspause zu machen, in dem Moment fängt es an zu regnen. Der matschige Lehmboden ist dann alles andere als einladend – wie empfohlen fahren wir weiter nach Farahzaad. Die kleine Oase am Rand der Wüste ist wirklich hübsch – und wir essen hier ausgezeichnet, bevor wir weiter in die Wüste fahren und einen Schlafplatz auf einem Hochplateau in der Wüste finden. Diesen mussten wir uns allerdings erst mit ein paarmal Auto freischaufeln verdienen. Der Himmel in der Nacht war dann sternenklar und wunderschön.

In Badab-e Surt schauen wir uns die Kalkterrassen an, die sich über die letzten tausend Jahre geformt haben. Ähnlich den Terrassen von Pamukkale, nur mit mehr Wasser und weniger Touristen.

Auf der Fahrt Richtung turkmenischer Grenze geht plötzlich der Motor aus, wir bleiben stehen. Einen dümmeren Zeitpunkt können wir uns nicht vorstellen. Erstens läuft in zwei Tagen unser Iranvisa aus und das Fünftagesvisa für Turkmenistan beginnt und zweitens gibt’s im Iran aufgrund des Embargos fast nur Autos (und damit auch Ersatzteile) aus Eigenproduktion.

Es gibt schönere Dinge, als bei über dreissig Grad am Strassenrand einen Fehler am Auto zu suchen. Erster Verdacht: der Dieselfilter. Ersetzt, Motor gestartet, läuft. Nach etwa zehn Kilometern geht der Motor erneut aus und unsere Mundwinkel passen sich der Erdanziehungskraft an.

Nächster Versuch: Dieselleitung mit Pressluft durchblasen, vielleicht sitzt ja da noch irgendwo Dreck fest. Schlauch ab, Luft durchblasen, Motor an. Läuft. Irgendwie zumindest. Wir fahren ein paar Kilometer zu einer Tankstelle, aber anstatt hier frischen Diesel zu tanken und sich in Ruhe dem Problem anzunehmen, bemerken wir eine Pfütze unter dem Auto. Naja, immerhin ist nun die Fehlerquelle klar. Zum Glück hat Stambi schon mal ein paar Lernstunden in Sachen Automechanik bei René erhalten und wir haben sogar ein passendes Ersatzteil mit dabei. Der Tankwart hatte Mitleid mit uns, schloss kurzerhand seinen Shop und lud uns zum Essen bei seiner Familie ein.

 

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Turkmenistan


Mai 2016

Turkmenistan


Mai 2016

ASHGABAT - DARWAZA - DASHOGUZ

Die Ausreise aus dem Iran verläuft problemlos, nach dreissig Minuten und ein paar freundlichen Zöllner später stehen wir schon vor dem turkmenischen Zoll. Eigentlich hatten wir uns auf einen langen Tag am Zoll eingestellt. In den Reiseblogs liest man ja immer wieder, dass man fünf Stunden und mehr braucht, bis man alle Posten passiert hat. Ebenfalls ein paar nette Zöllner und anderthalb Stunden später haben wir bereits alle Formulare in der Hand, sind ein paar Dollar leichter und dürfen Richtung Ashgabat weiterfahren. 
Wenn man Turkmenistan mit dem Auto bereist, bekommt man nur ein Transitvisa. Viel haben wir also nicht gesehen, wir sind die knapp 700km mehr oder weniger durchgefahren. Am Zoll legt man die Route fest, zahlt entsprechend Steuer und Versicherung und muss ein Dokument unterschreiben, mit welchem man bestätigt, die angegeben Route nicht zu verlassen.

In Ashgabat erwarten uns riesige Prunkbauten aus Marmor, vierspurige Strassen und Polizisten, Militär und Wachmänner en masse. Wir checken in einem Hotel ein, man braucht ja schliesslich eine Bestätigung bei der Ausreise, wo man die Nacht verbracht hat. Alles schön geregelt. 

Als wir am übernächsten Tag ins Einkaufscenter fahren, werden wir von der Polizei angehalten. Ihnen ist unsere Auto zu dreckig - waschen! Wir dürfen dann aber zuerst einkaufen gehen und das dreckige Auto auf dem Parkplatz stehen lassen. Glück gehabt.

Weiter fahren wir durch die Wüste zum Darvaza Gaskrater. Hier haben die Sowjets in den 70er Jahren nach Gas gebohrt. Das Ganze stürzte dann ein und man entschloss sich - in der Hoffnung, das Gas sei nach ein paar Tagen verbrannt - den entstandenen Krater anzuzünden. Brennt immer noch. Wir kommen mit einheimischen Arbeitern der Gasfirma ins Gespräch, welche neben dem Krater picknicken. Ein paar Schnäpse später sitzen wir bei ihnen Zuhause zum Abendessen. Auch hier staunen wir erneut ab der unglaublichen Gastfreundschaft!

Für die letzen 300km zur Grenze brauchen wir dann etwas über 6 Stunden. Von der Strasse ist nicht mehr viel übrig, es hat wahrscheinlich mehr Schlaglöcher als Strassenbelag. Der Grenzaustritt braucht dann ein bisschen mehr Nerven als der Eintritt, ist aber nach einer halben Stunde auch geschafft. Beim Eintritt in Usbekistan wird uns zuerst die Temperatur gemessen, dann heisst es warten. Vor uns ist eine siebenköpfige Gruppe mit Motorrädern, welche bereits seit drei Stunden an der Abfertigung ist. Wir warten eine Stunde bis wir an der Reihe sind, eine weitere halbe Stunde sind wir dann aber auch fertig und fahren - nicht ganz unglücklich - über die Grenze Richtung Khiva.

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Usbekistan


Mai / Juni 2016

Usbekistan


Mai / Juni 2016

KHIVA – BUKHARA

In Khiva angekommen checken wir in einem Hotel ein und bei uns checkt sich der Durchfall ein. Anscheinend normal, wenn man das Essen in den ..stan Ländern nicht gewohnt ist. Wir bleiben deshalb drei Tage im Hotel und versuchen uns – erfolglos – an das usbekische Essen zu gewöhnen.

Wir wechseln ein paar Dollars – dies funktioniert hier am besten in den Hotels oder auf dem Basar. Auf dem Schwarzmarkt kriegt man mittlerweile mehr als das Doppelte als auf der Bank. Unser eh schon in den tiefroten Zahlen stehendes Budget ist dankbar.

Wir verlassen die Oasenstadt Khiva und machen uns Richtung Bukhara auf. Zwischen den beiden Städten gibt es nicht viel zu sehen, die Strecke zieht sich 400km durch die Wüste. Wir fahren zwei Stunden bei Temperaturen, welche bereits kurz vor vierzig Grad sind und geniessen die Ruhe am Abend zwischen den Sanddünen. Am Morgen macht sich bereits der zweite gebrochene Dieselfilter bemerkbar, das Problem ist aber schnell – und diesmal ohne Dieseldusche – behoben.

In Bukhara gibt es dann tatsächlich (gefälschte) Mc Donalds und Burger Kings. Allerdings nicht mit Pommes und Burgern, sondern mit Schaschlik und Kebab. Wir machen einen grossen Bogen ums Essen, unsere Verdauungsorgane bedanken sich. 


AYDAR LAKE – LAKE SARBAST – SAMARKAND – JIZZAKH - OYBEK

Eigentlich haben wir – so schön Usbekistan auch ist – bereits genug von den Städten. Irgendwie wiederholen sich die Städte mit ihren Moscheen und Mausoleen und davon haben wir ja bereits im Iran zu Genüge gesehen. Wir entschliessen uns, Bukhara zu verlassen und fahren gen Norden in die Berge. Eigentlich erhofften wir uns hier ein wenig Ruhe, da hier aber alles schön grün und bewachsen ist, sind natürlich auch zahlreiche Hirten in den Bergen unterwegs. Wir suchen uns einen abgelegenen Schlafplatz, bekommen aber schon nach ein paar Minuten Besuch von einem Hirten. Interessiert beäugt er uns, ist aber nicht allzu gesprächig. Vielleicht versteht er auch nicht, was wir ihm mit Hand und Fuss sagen wollen. Wir bieten ihm was zu Essen an, dies nimmt er dankbar an, lächelt zum ersten mal und springt seinen Schafen hinterher. Als wir am nächsten Tag Richtung Samarkand fahren, kommt uns ein Hirte mit seinem Eselchen entgegen. Er gibt uns zu verstehen, dass Stambi auf dem Eselchen mal eine Runde drehen soll. Wahrscheinlich staunt er noch heute, dass man in der Schweiz mit soviel Rücklage reitet.

In Samarkand bestaunen wir den Registan – ein Platz mit drei grossen Medresen. Für ein paar Som darf man den Innenhof bestaunen, dieser ist zwar mit Souvenirhändlern übersät, aber trotzdem lohnenswert anzuschauen.

Die letzten beiden Tage, bevor es nach Tajikistan geht, wollen wir wieder in den Bergen verbringen. Auf das Frühstück im zu teuren Hostel mit den Flöhen im Bett verzichten wir und machen uns auf Richtung Zomin. Unsere geplante Route verläuft etwa 10km neben der tajikischen Grenze. Das „Stop Border Crossing Schild ignorieren wir, laut Karte ist die Grenze ja noch ein paar Kilometer entfernt. Kurz darauf kommen wir an eine Militärkontrolle. Wir werden sehr freundlich empfangen, müssen aber trotzdem umkehren.

Am nächsten Tag fahren wir Richtung Grenze. Leider etwa 50km zu weit, an eine Grenze, welche nur für Fussgänger geöffnet ist. Als wir bei der richtigen Grenze ankommen, sind zwei, bis zur Dachkante gefüllte Autos, vor uns in der Schlange. Die beiden Autos abzufertigen dauert dann eine Weile, schliesslich muss alles fein säuberlich ausgeladen und kontrolliert werden. Gute zwei Stunden später sind wir dann an der Reihe und eine weitere Stunde später stehen wir vor dem tadjikischen Zoll. Hier ist alles ein wenig lockerer, der Zöllner bietet uns Sonneblumenkernen an, das "Desinfektionsbad" für unser Auto ist keine 20cm tief und der Chefzöllner, welcher unsere Dokumente abstempeln muss, will nach dem Fussball spielen erst mal duschen. Eine weitere Stunde später ist dann aber alles erledigt und wir werden, vom frisch geduschten, Zöllner entlassen.

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Tajikistan


Juni 2016

Tajikistan


Juni 2016

CHANAQ – KUHJAND – ALAUDIN LAKE – ISKANDER KUL – DUSHANBE

In Kuhjand decken wir uns im Supermarkt mit Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Auf dem Weg zu einer Tankstelle fahren wir zufällig an der riesigen Leninstatue vorbei, welche aus der Stadt verbannt wurde und nun irgendwo im Industriegebiet ihr Dasein fristet.  

Wir wollen die nächsten Tage wandern gehen und fahren Richtung Alaudin Lake. Unterwegs fängt es bereits an zu regnen und als wir einen Tag später am Ausgangspunkt für die Wanderung ankommen, regnet es noch immer ununterbrochen. Wir machen uns trotzdem auf den Weg zum See. Als wir komplett durchnässt oben ankommen, blickt die Sonne durch die Wolken und wir haben gegen Abend tatsächlich noch ein paar Sonnenstunden um unsere Kleider zu trocknen. Am nächsten Morgen ist der Himmel leider bereits wieder wolkenverhangen. Trotzdem machen wir uns zu einem weiteren - auf 3800 Meter über Meer gelegenen - See auf. Bald setzt der Regen wieder ein, weiter oben schneit es. Wir entschliessen uns umzukehren und laufen in strömendem Regen zurück zum Auto. Wir fahren zurück ins Tal und  das nächste Seitental hoch Richtung Iskander Kul Stausee. Dieser ist zwar schön, aber eher touristisch und doch nicht ganz so schön wie der Alaudin Lake tags zuvor. Vielleicht auch, weil wir an Letzterem mutterseelen alleine im Nirgendwo übernachten konnten.

Auf dem Weg nach Dushanbe – der Hauptsadt Tajikistans - fahren wir durch Täler und Alpenpässe, welche an die Schweiz erinnern. Am Strassenrand wird Gemüse und Früchte verkauft oder das Auto gewaschen. Wir nehmen uns in Dushanbe ein schönes Hotel und freuen uns einmal mehr über eine warme Dusche. Schön ist Dushanbe nicht wirklich, Plattenbauten erinnern an die Sowjetzeit, es hat aber viele grüne Pärke und Alleen mit schattenspendenden Bäumen. Ein ganzes Kaufhaus erstreckt sich über drei Stockwerke, gefüllt nur mit Chinaramsch. Es handelt sich vornehmlich um Zubehör für Smartphones aller Art und Reparaturabteilungen, welche die Smartphones reparieren.

Im Tourismusbüro erkundigen wir uns über den Zustand des Pamir Highways. Khorog kann entweder über die längere Südroute, welche ganzjährig befahrbar ist, oder über die kürzere und nicht asphaltierte Nordroute, welche nur im Sommer befahrbar ist, erreicht werden. Seit ein paar Tagen soll die Nordroute befahrbar sein. Wir entschliessen uns für eben diese, treffen am nächsten Tag im Supermarkt auf Jessica und Ruben, mit welchen wir bereits ein paar Tage im Iran unterwegs waren und machen uns zu Viert Richtung Pamir Highway auf.


DUSHANBE – PAMIR HIGHWAY - KHOROG - WHAKAN  VALLEY

Über Serpentinen gehts über den auf 3200 Metern gelegenen Saghirdasht Pass. Auf der anderen Seite treffen wir bei Kala-i Khumb wieder auf die Südroute. Wir folgen die nächsten Kilometer dem Panj River, welcher Tajikistan von Afghanistan trennt. Afghanistan ist oft nur ein paar Meter von uns entfernt, je weiter östlich wir kommen, umso schmaler und ruhiger wird der Fluss. Anfangs ein komisches Gefühl, die Medien haben uns ein deutliches Bild von der gegenüberliegenden Seite eingebrannt. Aber nach ein paar Tagen hat man sich an die „Nachbarn“ gewohnt, äugt fast schon neidisch auf die gegenüberliegende Seite und wünscht sich auf der unsrigen Seite anstatt Sand und Felsen auch saftige grüne Wiesen mit Schatten spendenden Bäumen.

In Khorog biegt der Pamir Highway ins Landesinnere ab. Die riesigen chinesischen Sattelschlepper schnaufen im Schritttempo ostwärts auf dem Pamir Highway entlang Richtung China. Bevor wir südwärts, entlang der afghanischen Grenze und dem Panj folgend, Richtung Whakan Tal fahren, müssen wir in Khorog im Zollbüro unsere Papiere verlängern. Wir haben zwar ein 45-Tages-Visa, unser Auto darf aber nur 15 Tage im Land bleiben. Eine Stunde später, nach ein wenig Verhandeln über die Dauer des Aufenthaltes und 25 Dollar leichter, dürfen wir dann doch noch ein paar Tage länger mit dem Auto im Land bleiben. Auf dem Dokument haben wir einen offiziellen Stempel, Quittung gibt es keine und wo die paar Dollar schliesslich landen werden, werden wir wohl nie herausfinden...

Am südlichsten Punkt angekommen, biegt das Tal in östlicher Richtung ab. Vor uns türmen sich auf beiden Seiten die 6000er auf. Auf der afghanischen Seite liegt der Hindukush. Wir entscheiden uns, auf einem Plateau auf 3500 Metern zu übernachten und sind überwältigt ab der grandiosen Aussicht. Am nächsten Tag schauen wir uns eine Ruine an und als wir zurück zu den Autos kommen, hat eine Familie in Rekordzeit einen kleinen Souvenirstand aufgebaut. Wir können nicht anders, als was Kleines einzukaufen.

Auf dem Weg liegen die Quellen von Bibi Fatima. Heisses Wasser sprudelt hier aus den Felsen und wird in Pools gefasst, in welchen man geschlechtergetrennt badet. Vier Männer vom Militär leisten Stambi und Ruben Gesellschaft, mit den Uniformen legen sie auch ihre ernsten Minen ab. Sie planschen umher, drücken sich gegenseitig die Köpfe unter Wasser, schiessen Selfies. Wir verabschieden uns und suchen uns einen Schlafplatz am Fluss.

In Karagush bemerken wir einen weiteren gebrochenen Fuss vom Dachträger. Vier haben wir bereits verstärken lassen, um die mittleren beiden haben wir uns nicht gesorgt, die waren uns zu mühsam, um sie zu demontieren. Mit einem Spannset ist der Fuss schnell wieder zusammengeflickt und wenige Minuten später passieren wir den letzten Checkpoint vor dem Pass und fahren über den auf 4300 Meter gelegen Karagush Pass. 


WHAKAN VALLEY – ALICHUR – PAMIR HIGHWAY– MURGHAB

Wir fahren zum wunderschönen Bulunkul Lake und suchen uns einen Platz zum übernachten. Als der Wind nachlässt, werden wir von Mücken überrascht, flüchten ins Auto und fahren weiter. Ein wenig vom See entfernt, finden wir einen schönen Platz. Ohne Wind und ohne Mücken. Wir bleiben zwei Tage hier und verabschieden uns von unseren holländischen Freunden, welche sich Richtung Murghab aufmachen.

Eigentlich wollten wir auf die andere Flusseite zu einer weiteren heissen Quelle, der Fluss tritt aber so stark über die Ufer, dass wir uns weder zu Fuss noch mit dem Auto darüber getrauen. Wir wandern ein kurzes Stück in die Berge und geniessen die Aussicht. An die dünne Luft haben wir uns mittlerweile einigermassen gewöhnt und da das Plateau, auf welchem wir sind, bereits auf 3700 Metern liegt, ist man rasch auf einen Viertausender gewandert. Der Spaziergang auf den Üetliberg kostet mehr Kraft.

Wir folgen ein paar Kilometer dem Pamir Highway und biegen bei der ersten Möglichkeit rechts ab Richtung Jarty Gumbez. Hier jagen reiche Russen im Winter Marco Polo Schafe – von welchen wir leider nur unzählige Köpfe & Hörner am Wegesrand sehen. Wieder werden wir von der schönen Landschaft überrascht. Waren es am Tag zuvor am See noch die farbigen Berge, wechselt es hier in steppenartige Landschaft mit vielen Flüssen. Leider hat es in eben diesen noch soviel Wasser, dass ein Befahren der geplanten Route nicht möglich ist. Nachdem wir in einem Bach fast stecken geblieben sind, lassen wir Vorsicht walten und wollen es ein Tal weiter östlich versuchen, wieder auf die Route zu kommen. Der Weg in diesem Tal ist aber nur sehr mühsam zu finden, viele Teile sind weggeschwemmt und man kommt nur sehr langsam durch ein Bachbett voran. Als es dann endlich ein wenig schneller über eine Graslandschaft voran geht, bleiben wir im Morast stecken. Ein paar Minuten später ist unser Gefährt bereits bis zu den Achsen im Sumpf vergraben, jeder Versuch rauszufahren, macht die Situation nur noch schlimmer. Nach zweieinhalb Stunden schaufeln, Fahrzeug anheben, Steine und Sandbleche unterlegen, schaffen wir es dann aus dem Matsch hinaus. Was für eine Erleichterung, ist doch die nächste Siedlung zwei Tagesmärsche entfernt! Wir sind fix und fertig, die Höhe hat sich bei der schweisstreibenden Arbeit doch noch bemerkbar gemacht. Wir fahren ein wenig zurück und suchen uns einen Schlafplatz. Am nächsten Morgen entscheiden wir uns, auf den Pamir Highway zurückzukehren und dies genügend Abenteuer für den Moment sein zu lassen. Kurz vor Cheshtebe – einem Dorf mit etwa zwei Dutzend Einwohnern – bleiben wir jedoch wieder stecken. Diesmal ist aber schnell klar, dass wir hier alleine nicht mehr rauskommen. Unser Auto sinkt immer weiter in den Morast und der Boden fühlt sich wie eine Luftmatratze an, da das Wasser darunter läuft. In der Ferne sehen wir neben einem Hof einen Lastwagen stehen. Der kann uns bestimmt rausziehen, denken wir. Man eilt zum Hof, um Hilfe zu holen, der Lastwagen ist aber nur noch ein Wrack. Auf der anderen Seite des Flusses steht ein uralter Geländewagen. Nachdem wir den Besitzer ausfindig gemacht haben, ist dieser (und seine ganze Verwandtschaft) bereit, uns mit dem Relikt aus der Sowjetzeit zu helfen. Das Auto macht sich auf den Weg durch den Fluss, um unser Auto aus dem Schlamm zu ziehen. Kurz vor dem Fluss bleibt jedoch auch unser Helfer im Morast stecken. Dank vereinten Kräften seiner ganzen Familie ist sein Auto jedoch bald wieder fahrtüchtig und er trifft bei unserem Auto ein, wo sich mittlerweiledie gesamte männliche Bevölkerung aus dem Dorf versammelt hat und mithilft. Rausziehen ist aber unmöglich, zu stark sitzen wir im Schlamm. Mit vereinten Kräften wird das Auto unzählige Male mit dem Wagenheber angehoben, riesige Steine untergelegt und geschaufelt. Nach etwa drei Stunden ist unser Auto aus dem Schlamm befreit. Unglaublich, wie hilfsbereit das ganze Dorf war, die zehn Mannen haben uns während drei Stunden ununterbrochen geholfen und laden uns danach sogar noch zum Tee und Essen ein. Wir sind sehr dankbar, verschenken ein paar Mitbringsel aus der Schweiz und machen uns auf den Weg Richtung dem Dorf Murghab, welches wir ohne weitere Zwischenfälle erreichen.

In Murghab gibt es nicht allzuviel zu sehen, trotzdem zieht uns das Kaff am Ende der Welt mit seinen lotterigen Häusern in seinen Bann. Wir bleiben zwei Tage im einzigen Hotel, schlendern durch die Strässchen und den - aus alten Containern bestehenden - Basar und geniessen es, mal wieder auswärts zu essen.

Über den höchsten Pass auf unserer Reise - auf 4655 Metern über Meer - geht es weiter Richtung Kirgistan. Der Grenzübergang liegt immer noch auf über 4000 Meter, was die Zöllner nicht daran hindert, in Trainerhosen und Badelatschen rumzulaufen - dies obwohl in der Nacht Schnee gefallen ist und uns ein kalter Wind um die Ohren pfeift. Die Zollformalitäten finden in alten Containern statt, die neben Büro- auch als Schlaf- und Wohnfläche dienen. Der Austritt ist schnell erledigt, man schaut sich das Auto eher aus Neugierde rasch von innen an. 
Zum kirgisischen Zoll fährt man ein paar Kilometer durch das Niemandsland, die Einreise ist nach ein paar Minuten auch erledigt. 

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Kirgistan


Juni / Juli 2016

Kirgistan


Juni / Juli 2016

Sary-Tash – OSH - KAZARMAN – TASH RABAT – SONG KUL

Vorbei am über 7000m hohen Pik Lenin fahren wir nach Osh. Wir finden etwas ausserhalb ein schönes Hotel und lassen uns Pizza auf das Zimmer liefern. Dies stellt sich im Nachhinein als nicht allzu gute Idee heraus - Stambi verbringt die Nacht mit einer Lebensmittelvergiftung auf dem Klo.

Nach ein paar Tagen verlassen wir Osh. Auf einer Passstrasse Richtung Kazarman überholt uns ein dicker Benz, auf der Gegenfahrbahn kommt ein Laster entgegen. Eigentlich ein schlechter Zeitpunkt zum Überholen. Dies wird ihm wohl auch bewusst, als er Sekunden später aus seinem Auto steigt, traurig die Schramme und das fehlende Rücklicht an seinem Auto anschaut. Bei uns ist zum Glück ausser einem Kratzer an der Stossstange nichts passiert. Wir schütteln den Kopf, den Kirgisen die Hand und machen uns aus dem Staub, froh, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Die Passstrasse führt uns durch bunte Täler mit grünen Wiesen und bunten Blumen, vorbei an Friedhöfen, die aussehen wie Ministädte. Auf halber Strecke hat man eine tolle Aussicht auf die Talebene, welche durch die Erosionen riesige Auswaschungen hat. Wir übernachten auf einer Wiese im Nirgendwo – umgeben von Murmeltieren und Pferden.

Eigentlich wollten wir zu einem kleinen See, nahe der chinesischen Grenze. Leider braucht man für diese Strecke ein Permit. Dieses ist zwar im etwa 100km entfernten Naryn zu bekommen, allerdings kann dies gut eine Woche oder mehr in Anspruch nehmen. Wir lassen es sein und fahren zum Song Kul See. Dieser liegt auf über 3000m und rund um den See haben bereits etliche Nomaden ihre Jurte für die Sommersaison aufgestellt.

Auf der Hochebene angekommen finden wir einen schönen Platz für unser Nachtlager. Allerdings fängt es in der Nacht dermassen zu stürmen, regnen und später sogar noch zu schneien an, dass wir mit klammen Fingern unser Dachzelt einklappen und ins Auto zügeln. Am nächsten Tag haben wir Sonnenschein und mindestens 20 Grad wärmer.


ISSYK KUL – CHONG ASHUU – Altyn Arashan - BaRSKOON

Nach drei Tagen Song Kul fahren wir an einen weiteren See: den Issyk Kul, die Perle des Tienschan, elf mal so gross wie der Bodensee. Er liegt am Fuss von zwei riesigen Gebirgsketten und ist wunderschön. Das Wetter ist immer noch regnerisch und als wir am Ufer des See ankommen, hagelt es sogar. Wir gönnen uns ein Hotel am Nordufer des Sees. Hier tummeln sich vor allem reiche Russen und Kasachen, welche am Issyk Kul die Sommerferien verbringen. Der Strand wäre eigentlich recht schön, die Temperaturen und der Regen laden allerdings nicht gerade zum Baden ein.

Wir fahren um den See herum auf die Südseite, hier wollen wir einige Tage wandern gehen. Ziel ist der Engilchek Gletscher. Auf halber Strecke zum Ausgangspunkt der Wanderung müssen wir aber bereits umkehren. Auf dem Pass tobt ein Schneesturm, der Wetterbericht für die nächsten Tage ist auch nicht viel besser. Schade. Wir entscheiden uns für die heissen Quellen bei Altyn Arashan. Für den ohnehin schon schlechten Weg dahin war der Regen in den letzten Tagen nicht wirklich förderlich. Im oberen Teil liegt teilweise knietiefer Matsch, mit Müh und Not schaffen wir die 12km in etwas mehr als 2 Stunden. Oben angekommen hat es viele kleine Hütten, in welchen Betonbecken das heisse Wasser sammeln, die man für ein paar Som mieten kann. Wir entscheiden uns für die wilde Quelle direkt am Fluss, die wir für uns ganz alleine haben.

Am nächsten Tag fahren wir die Strecke – leider immer noch bei Regen – zurück und und machen uns gleich auf den Weg in die nächste heisse Quelle. Diese war zu Sowjetzeiten ein Sanatorium, wahrscheinlich wurde sie auch seit dann nicht mehr wirklich gepflegt. Das Wasser ist immerhin frisch und heiss, draussen hat es ein Becken mit kaltem Wasser aus dem Fluss.

Weiter geht es auf den den Barskoon Pass. Die Strasse hier hoch ist sehr gut gepflegt, donnern hier doch jeden Tag dutzende Lastwagen mit tonnenweise Cyanid zu der - auf über 4000m über Meer gelegenen - Goldmine hinauf, um damit Gold aus dem Gestein zu lösen. Für die Einheimischen keine schöne Sache, wird doch dabei der Gletscher – welcher als Trinkwasserspeicher dient – zerstört, um an das Gold zu kommen. Von der Umweltverschmutzung, die aus dem chemischen Prozess und der davon übrig gebliebenen Schlacke herrührt, ganz zu schweigen. Die Umgebung auf dem Hochplateau ist trotzdem überwältigend; vor uns türmen sich Schneeberge und Gletscher auf, auf den Flächen hat es ein paar Nomaden mit ihren Jurten, riesige Adler kreisen über uns.


TAMGA – ISSYK KUL – SKAZKA – BURANA – BISHKEK

Nach so vielen Eindrücken brauchen wir eine Pause. In der Nähe von Tamga finden wir am Issyk Kul See einen einsamen Sandstrand. Wir bleiben einige Tage am See und geniessen das kühle Wasser bei Temperaturen über 30 Grad. Endlich kommt unser Gusseisentopf zum Einsatz und wir bereiten auf dem Feuer köstliche Mahlzeiten zu. Den einzigen Besuch erhalten wir von irgendwelchen Schiesswütigen, welche ein paar Mal mit einer Schrotflinte auf eine PET Flasche im See ballern. Am nächsten Tag bringen sie eine Pistole mit, mit welcher sich die Kinder vergnügen dürfen. Zum Glück ist das Spektakel jeweils nach ein paar Minuten beendet und Ruhe kehrt ein.

Nach vier Tagen am See fahren weiter, auf dem Weg zum Skazka Tal steckt ein Touristenbus bis zu den Achsen im Sand fest. Wir ziehen ihn heraus, doch der Fahrer denkt nicht ans Umkehren, sondern will erst mal weiter hoch, um dann zu wenden – um keine zehn Sekunden später wieder festzustecken. Etwas genervt versuchen wir ihm klarzumachen, dass wir ihn kein drittes Mal rausziehen werden und packen unseren Bergegurt ein. Mit etwas angekra