CANAKKALE – AYVALIK – SALIHLI -  DENUZLI / PAMUKKALE – ADRASAN

Beim Grenzübertritt von Griechenland in die Türkei werden wir von den griechischen Zollbeamten so gründlich wie noch nie auf dieser Reise kontrolliert. Die Türken sind dann lockerer drauf, das Auto wird registriert und das wars schon. Mit der Fähre gehts über die Dardanellen -  von Europa auf den asiatischen Kontinent. Wir finden einige schöne Plätze direkt am Meer zum Übernachten, allerdings ist die Landschaft oft mit Abfall oder Plastiksäcken übersät, teils schlimmer als man das bereits von Marokko gewohnt war. Schade.

In Pamukkale wollen wir die Kalksteinterassen besichtigen, die sind allerdings noch nicht mit Wasser gefüllt und deswegen nicht allzu spektakulär anzuschauen. Krass auch, dass praktisch keine (Individual) Touristen unterwegs sind, abgesehen von ein paar wenigen Reisebussen an den touristischen Orten sind die Hotels und Campingplätze – wenn sie den überhaupt offen haben – praktisch leer.

Wir fahren weiter nach Adrasan, Julia geht in die Yogawoche, Stambi versenkt das Auto im Schnee. In Kumluca lassen wir die Dachträgerfüsse Nummer Drei und Vier schweissen. Von Marokko her war man sich ja gewohnt, dass man konsequent angequatscht wird und – natürlich gegen einen kleinen Obolus – zum gewünschten Ort geführt wird. Hier ist es ein wenig angenehmer, man wird von der einen Garage direkt zum Schweisser geführt, niemand erwartet irgendwas, man muss keine Mondpreise verhandeln und wird wie die Einheimischen behandelt. Haben wir zumindest das Gefühl. Volkan schweisst die Füsse astrein. Als er fertig ist, zeige ich ihm noch die Füsse, welche wir in Marokko schweissen liessen. Er ruft die Handwerker der umliegenden Werkstätten hinzu, wir lachen über die marokkanische Schweisskunst und man ist sich sicher: Africa 0, Turkye 1.

ANTALYA – KoNYA – Göreme – SIVAS – TRABZON – RIZE- CILDIR – POSOF

In Konya finden wir eine vertrauenswürdige Toyota Garage, wir müssen schon lange eine ausgeschlagene Buchse auswechseln lassen. Irgendwann kann man sich mit Händen und Füssen verständigen, der Chefmechaniker nimmt sich dem Problem höchstpersönlich an. Das Auto kommt auf den Lift, der ächzt zweimal und bewegt sich keinen Millimeter. Die Arbeit war dann von ähnlicher Qualität und wir fahren immer noch scheppernd und ein paar Lira leichter von der Werkstätte weg. Immerhin wurden wir vom Garagenboss noch zu einem äusserst leckeren Essen eingeladen.

Wir fahren nach Kappadokien und bleiben zwei Tage auf einem sehr schön gelegenen Campingplatz. Von unserem Zelt aus haben wir eine schöne Aussicht auf die über 40 Heissluftballone, die allmorgendlich unzählige Touristen über die Schluchten schweben lassen.

Weiter geht es Richtung Schwarzes Meer. In Rize schauen wir uns die Teeplantagen an. In der Gegend wird praktisch der ganze Tee, welcher in der Türkei konsumiert wird, angebaut. Im Hinterland suchen wir uns mitten im Schnee einen Platz zum Übernachten. Als es eindunkelt, kommen ein paar Jungs mit ihrem Pickup und versuchen damit über die Schneewächten zu fahren. Wir entscheiden uns, das Zelt wieder einzupacken und einen ruhigeren Platz zu suchen. Schlechte Idee. Aufgrund des vielen Schnee kann man praktisch nirgends von der Strasse fahren. Wir übernachten neben einem Schneepflug direkt an der Passstrasse. Um halb drei werden wir von der Polizei geweckt. Da man es mit der Sprache auf keinen gemeinsamen Nenner bringt, Reiseführer und Karte nicht den gewünschten Erfolg bringen, ruft der eine Polizist seine Tante an, welche Deutsch kann. Diese ist mässig begeistert über den nächtlichen Anruf, vermittelt aber prima und man lässt uns weiterschlafen.

Am nächsten Tag geht es dann schon weiter nach Georgien. Der Grenzaustritt geht ruck – zuck, Stempel abholen, fertig. Einzig beim Anstehen in der Schlange – egal ob beim Zoll, oder im Supermarkt - muss man achtsam sein: Lässt man mehr als einen Zentimeter Abstand zu seinem Vordermann, drängelt sich sofort jemand dazwischen. Der Eintritt nach Georgien klappt dann gut, nachdem man nochmals zurück geschickt wurde, um einen Stempel für das Auto abzuholen.